Einlagensicherung in Österreich

Die Einlagensicherung in Österreich ist eine der effektivsten in ganz Europa. Sie hat in ihrer Geschichte schon mehrfach dafür gesorgt, dass Anleger, ihr Geld bei einer Bankpleite zurückerhalten haben. Doch wie funktioniert dieses System und wie ist das österreichische System aufgebaut?

Die Grundlagen der Einlagensicherung in Österreich

In Österreich basiert die Einlagensicherung auf fünf Säulen. Jede Bank, welche ihren Hauptsitz in Österreich hat, muss einer dieser Säulen angehören. Dies ist ein wesentlich Kriterium, um überhaupt als vollwertige Bank anerkannt zu werden. Alle Einlagensicherungen im Land sind zudem Mitglied der europäischen Vereinigung für Einlagensicherungen. Hierdurch wird eine hohe Transparenz erzielt, sodass alle Anleger und Kunden, jederzeit die Möglichkeit haben, sich über die Sicherheit ihres Geldes zu informieren.

Die fünf Systeme der Einlagensicherung in Österreich

Das österreichische System setzt sich aus den folgenden Einrichtungen zusammen:

  • Einlagensicherung der Banken & Bankiers
  • Österreichische Raiffeisen-Einlagensicherung eGen
  • Sparkassen-Haftungs AG
  • Schulze-Delitzsch Haftungsgenossenschaft
  • Hypo-Haftungs-Gesellschaft mbH

Alle zusammen Bilden die österreichische Einlagensicherung, welche im Ernstfall für das Kapital von Millionen Menschen verantwortlich währe. Dabei übernimmt jeder Vereinigung ihren ganz speziellen Sektor, sodass die Belastung nach einem Bankruin für das gesamte System nicht zu groß wird. Die Einlagensicherung beläuft sich, unabhängig davon welche Einlagensicherung zuständig ist, für Privatpersonen auf 100.000 Euro. Bei kleinen Betrieben oder GmbHs beträgt sie immerhin noch 50.000 Euro.

Einlagensicherung der Banken & Bankiers

Diese Vereinigung war die Erste, welche schon vor dem eigentlichen Gesetz zur Einlagensicherung, ihren Dienst aufnahm. In ihr sind alle Privatbanken des Landes vertreten. Für alle Fragen kann man sich stets direkt an diese Vereinigung wenden. Die Gesellschafter sind ausschließlich angehörige des Vorstandes der Mitgliedsbanken. Bisher mussten hier schon mehrere Konkursfälle bewältigt werden. So wurde die Sicherung das erste Mal im Jahre 1995, beim Konkurs der BHI aktiv. 1998 griff sie beim Bankrott der Diskont-Bank und Riegerbank ein. Zuletzt wurde sie 2001 benötigt, als die Trigonbank Konkurs anmelden musste.

Österreichische Raiffeisen-Einlagensicherung eGen

In dieser Vereinigung sind alle Raiffeisenbanken des Landes abgesichert. Die Einlagensicherung deckt sämtliche Sparguthaben, sowie alle Gehalts-, Renten- und Girokonten ab. Bisher musste das System noch nicht aktiv werden, da alle Raiffeisenbanken im Land als stabil zu betrachten sind.

Sparkassen-Haftungs AG

Hierbei handelt es sich um die gesetzliche Einlagensicherung für alle Sparkassen im Land. Auch die Erste Bank ist hier Mitglied. Wie bei allen anderen Systemen beläuft sich die maximale Sicherungssumme auf 100.000 Euro. Größere Kapitalunternehmen sind von der Sicherung ausgeschlossen, da diese Weitem die Möglichkeiten dieser Säule der Einlagensicherung übersteigen würde. Vor allem Privatanleger oder Selbstständige wissen ihr Geld hier in Sicherheit. Bisher wurde noch kein Eingreifen dieser Einlagensicherung erforderlich.

Schulze-Delitzsch Haftungsgenossenschaft

Die Volksbanken in Österreicher haben zum Zweck der gesetzlichen Einlagensicherung einen ganz eigen Verband ins Leben gerufen. Hierbei handelt es sich um einen Sicherungsfond, in den alle Banken ständig einen entsprechenden Betrag einzahlen. Neben dieser gesetzlichen Haftungsgenossenschaft gibt es auch noch zwei freiwillige Institutionen, welche sich um die Guthaben der Kunden kümmern. Auch diese Einlagensicherung wurde bisher noch nicht aktiv.

Hypo-Haftungs-Gesellschaft mbH

Hier sind alle Landeshypothekenbanken abgesichert. Neben den Privatbanken fließt über sie, das meiste Kapital im Land. Über diese Sicherung sind somit auch alle Hypotheken auf Häusern oder anderen Wertgegenständen gesichert. Die Höchstgrenze liegt zwar auch hier bei 100.000 Euro, allerdings können in Ausnahmefällen auch höhere Summen gezahlt werden. Auch diese Sicherung musste bisher noch nicht aktiv werden.

Die Einlagensicherung ist ein wesentlicher Bestandteil im europäischen Bankensystem. Die fünf Säulen in Österreich sorgen für eine erhebliche Sicherheit der Anleger, sodass diese darauf vertrauen können, dass ihre Sparanlagen sicher sind. Bisher musste nur die Sicherung für Privatbanken in die Bresche springen, um den Anlegern ihr Vermögen zu ersetzen. Dies deutet im Allgemeinen darauf hin, dass das Bankensystem in Österreich sehr stabil ist und auch die bisherige Krise fast unbeschadet überstanden hat.

Fazit zur Einlagensicherung in Österreich

Ohne die Einlagensicherung wäre das Bankgeschäft sehr gefährlich. Durch nur einen Fehler können Millionen Euro verloren gehen. Doch mit seinen Gesetzen und dem umfassenden Schutz, den die fünf Säulen liefern, besteht in Österreich im Grunde keine Gefahr, dass man sein Geld verlieren kann. Anders als in anderen Ländern, in denen es nur eine zentrale Stelle gibt, setzt Österreich auf eine Mehrfachabsicherung, welche zu einem großen Teil von den Banken selbst getragen wird. Auch werden die Bestimmungen der EU hier konsequent umgesetzt, was zu einem der sichersten Bankensysteme der Welt geführt hat.
Nichtsdestotrotz muss auch an dieser Stelle erwähnt werden, dass wenn das ganze System kracht, auch diese Sicherungssysteme keinen Halt bieten werden.

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